Schweinemarkt: Deutsche Hauspreiswoche beschert weiteren Preisdruck

Schweinehälften
Die Mastschweine-Notierung sinkt in der aktuellen Vermarktungswoche um 4 Cent auf 1,30 Euro je kg Schlachtgewicht (Berechnungsbasis: 1,20 Euro).
Quelle: Archiv

Mehr als ausreichend versorgte Lebendmärkte und ein eher lustlos dahinplätscherndes Fleischgeschäft charakterisieren seit Jahresbeginn die EU-Schweinemärkte. Hauspreise der großen Abnehmer bringen den Schweinemarkt weiter unter Druck. In Deutschland und Österreich sinkt die Mastschweine-Notierung um 4 Cent.

Während sich zuletzt die Hoffnung breitmachte, dass das Preistief bereits erreicht sei, teilten die namhaften Abnehmer in Deutschland diese Sichtweise nicht. Sie veröffentlichten Hauspreise, welche die Notierung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) um weitere 4 Cent unterboten. Von Branchenbeobachtern wurde das unter anderem damit begründet, dass die Fleischindustrie aktuell weniger als üblich um diese Jahreszeit für das Gefrierlager einkauft, da die zuletzt in deutschen Medien stark kolportierte Gefahr eines Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest wohl auch tiefgefrorenes Schweinefleisch in der monetären Bewertung negativ beeinflussen könnte. In der Konsequenz musste sich das deutsche Preisbildungsmodell der Hauspreisvorgabe beugen, und die Notierung wurde um 4 Cent nach unten korrigiert. Die übrigen EU-Länder liegen mit ihren Preisrücknahmen in einer ähnlichen Größenordnung.

Überhänge in OÖ und NÖ

In Österreich sind die Verhältnisse am Lebendmarkt zurzeit unterschiedlich. Während in der Steiermark von Überhängen keine Rede mehr ist, liegt in Oberösterreich und Niederösterreich das zur Verfügung stehende Schlachtschweineangebot noch über der Nachfrage. Vor diesem Hintergrund musste auch die heimische Schweinebörse der Abnehmerforderung folgen und die Mastschweine-Notierung um weitere 4 Cent auf 1,30 Euro je kg Schlachtgewicht (Berechnungsbasis: 1,20 Euro) verringern. "Insgesamt scheinen sich die Verhältnisse am Markt nun aber in Richtung Ausgewogenheit zu entwickeln, was die Hoffnung nährt, dass der Tiefpunkt im Jännerloch nun doch erreicht sein müsste", so Johann Schlederer von der Schweinebörse.

BRD: Schmidt will Schweinepest-Verordnung verschärfen

Für den Fall eines möglichen Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland hat Bundesagrarminister Christian Schmidt eine Verschärfung der Schweinepest-Verordnung angekündigt, berichtet Dow Jones News. Er werde sie bereits in Kürze vorlegen, sagte Schmidt am Donnerstag zum Auftakt der Agrarministerkonferenz in Berlin. Die Verschärfung solle mit Bund und Ländern abgestimmte Desinfektionsmaßnahmen in größerem Rahmen vorsehen, zudem solle es um die Ausweitung der Jagd auf Wildschweine gehen. "Wir müssen die Tierhygienemaßnahmen, das heißt die Abschottung der Nutztierbestände von den Wildschweinbeständen, sehr konsequent durchführen", so der Minister. Die Wildschweinzahlen müssten reduziert werden. Es gelte auch, den Pendelverkehr von Lastwagen und den Tourismus im Blick zu haben. Die Seuche solle ein regionales Phänomen bleiben. -aiz-

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