Schweinepest verunsichert Schweinemarkt

Autor: Beate Kraml

Schwein
In der aktuellen Vermarktungswoche bleibt die Mastschweine-Notierung unverändert bei 1,42 Euro (Berechnungsbasis: 1,32 Euro) je kg Schlachtgewicht.
Quelle: Heil

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Belgien sorgt derzeit für starke Verunsicherung am Schweinemarkt. Dazu kommt ein ausreichend versorgter Lebendmarkt. Sowohl in Deutschland, als auch in Österreich bleibt die Mastschweine-Notierung unverändert.

Die saisontypisch zunehmende Angebotsmenge am europäischen Schweinemarkt trifft nicht allerorts auf gleichgewichtige Nachfrage. In Deutschland wurde letzte Woche erstmals seit dem Frühjahr die kritische Marke von 1 Mio. Schweineschlachtungen überschritten. Das bedeutet üblicherweise weiteren Preisdruck, dem sich allerdings die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) mit dem Verweis auf sich allmählich normalisierende Verhältnisse am Fleischmarkt widersetzen konnte. Der deutsche Basispreis für Schlachtschweine bleibt daher unverändert gegenüber der Vorwoche.

Belgien lässt Schweine in ASP-Gebiet notschlachten

Massivste Marktverwerfungen werden aus dem von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gebeutelten Belgien gemeldet. Nach weiteren Funden von infizierten Wildschweinen wurde nun angeordnet, dass in dem im Süden des Landes gelegenen 63.000 ha stark bewaldeten Sperrgebiet alle gehaltenen Hausschweine notgeschlachtet und unschädlich entsorgt werden. Die belgische Schweineproduktion ist hauptsächlich im Norden des Landes konzentriert, wo bis dato keine Fälle von ASP-Ausbrüchen auftraten, sie ist aber indirekt stark betroffen. Überschwere Schweine, die kaum oder nur durch massive Preiszugeständnisse absetzbar sind, charakterisieren in diesem Gebiet die Marktlage.

"In Österreich ist der Lebendmarkt ebenfalls ausreichend versorgt, trotzdem zeigen sich die Schlachtkapazitäten in der Steiermark aufnahmefähiger als im Rest des Landes. Die zum Teil verzögerte Abnahme der schlachtreifen Schweine ließ das mittlere Schlachtgewicht binnen zwei Wochen um 1 kg auf 97,8 kg ansteigen", berichtet Johann Schlederer, Geschäftsführer der Schweinebörse. Die ASP-bedingte Verunsicherung führt bei einigen Abnehmern zu verhaltener Bestellung und Minderauslastung der Schlachtlinien. Unter dem Strich ist aber von ausgewogenen bis leicht rückstauenden Verhältnissen auszugehen, was an der heimischen Börse die Grundlage für die Fixierung der Mastschweine-Notierung auf dem Vorwochenniveau von 1,42 Euro (Berechnungsbasis: 1,32 Euro) je kg Schlachtgewicht darstellte.

Schlagworte

Schweinemarkt, ASP, Schweinepest, Belgien, Notierung, Lebendmarkt, Verunsicherung, unverändert, Landes, Schlachtgewicht

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