Tiroler Kuhurteil: Versicherung für Almbauern angekündigt

Autor: Leopold Th. Spanring

Almvieh
Bei einem "runden Tisch" wurden Maßnahmen erörtert, um ein Miteinander von Rindern und Wanderern auf den Almwegen wieder rechtssicher zu gewährleisten.
Quelle: Archiv

Nach dem erstinstanzlichen Urteil zum tödlichen Unfall mit einer Almrinderherde lud die LK Tirol zu einem "runden Tisch". Eine spezielle Haftpflichtdeckung soll kommen. Die Wanderer sollen zudem gesetzlich mehr in die Pflicht genommen werden.

Die auf Initiative der LK Tirol einberufene Sitzung von Vertretern der Landesregierung, der Landwirtschaft, des Tourismus und des Alpenvereins betreffend dem Aufsehen erregenden Zivilrechtsurteil (noch nicht rechtskräftig) hat erste Ergebnisse gebracht.

Maßnahmenbündel soll umgesetzt werden

Demnach soll es zu einem umfassenden Versicherungsschutz für die Almbauern und deren aufgetriebenes Vieh kommen. Gedacht ist hier an eine mit öffentlichen Mitteln gespeiste Haftpflichtversicherung für die Almen und Almwege, ähnlich wie sie für Mountainbike-Strecken schon gibt.

Zudem soll es gesetzliche Nachschärfungen geben. Dabei soll die Eigenverantwortung der Wanderer mehr in den Vordergrund gestellt werden. Insbesondere will man das Almschutzgesetz novellieren, Die Details dazu müssen noch ausgearbeitet werden.

Begleitet sollen diese Vorhaben von einer Infokampagne werden. Dabei will man auf die Eigenverantwortung hinweisen sowie den Mehrwert der Almwirtschaft auch positiv darstellen.

Auf Bundesebene indes wird überlegt, die Regeln im Bürgerlichene Gesetzbuch (ABGB) eventuell nachzuschärfen. Justizminister Dr. Josef Moser und Elisabeth Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger wurden vom Bundeskanzler Sebastian Kurz beauftragt, einen Vorschlag zu erarbeiten. Ziel dabei ist, das Miteinander und die Rechtssicherheit auf den Almen sicherzustellen.

Betroffen wäre hier wohl der § 1320 ABGB, der die Tierhalterhaftung zivilrechtlich normiert.

Unterstützung für den betroffenen Almbauern fix

Den vom Urteil betroffenen Stubaier Bauern will man schadlos halten. Die Tiroler Landesregierung und die LK Tirol haben ihm volle Unterstützung zugesagt. Trotzdem wird gehofft, dass die Instanzen (Oberlandesgericht Innsbruck, Oberster Gerichtshof) das Urteil noch drehen.

Schlagworte

Tirol, Landesregierung, Almbauer, Wanderer, ABGB, Unterstützung, 1320, Eigenverantwortung, Almen, Elisabeth

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