Aus dem Heft

Weizensorten: Fortschritte auf hohem Niveau

Welche Sortenmerkmale in der kommenden Saison besonders gefordert sind, ist derzeit zwar nicht vorhersehbar. Betriebe mit größeren Weizenflächen sollten auf jeden Fall mehrere Sorten anbauen – denn dies schafft einen Risikoausgleich.

Unser Autor:
Michael Oberforster, AGES Wien

Je nach zeitlichem Auftreten wirken sich Dürrephasen auf die Ertragsbildung von Weizen unterschiedlich aus. In Ostösterreich war es heuer während der Kornfüllung verbreitet zu trocken, im Vorjahr war dagegen die Schossphase niederschlagsarm. Folglich haben viele Sorten ungleich reagiert.

Im Alpenvorland, Mühl- und Waldviertel war es im Juli und Anfang August übermäßig nass. Dies verzögerte die Ernte, reduzierte das Hektoliter­gewicht und öfter auch die Fallzahl. Welche Sortenmerkmale in der kommenden Saison besonders gefordert sind, ist nicht vorhersehbar. Auf Betrieben mit größeren Weizenflächen sollen mehrere Sorten angebaut werden, dies schafft einen Risikoausgleich.

Qualitätsweizen für den Osten

Die Erzeugung von Weizen mit hoher Backqualität gestaltet sich im nordöstlichen Flach- und Hügelland einfacher als in anderen Regionen. Die meisten der hier angebauten Sorten kommen zeitig ins Schossen, schieben die Ähren früh bis mittelfrüh und verlagern die Assimilate zügig ins Korn. In Jahren mit Hitze und Trockenheit im Juni ist dies von Vorteil.

Activus ist in Ostösterreich auf Böden guter und auch schwächerer Bonität ertragstreu. Ist das Wetter zur Reifezeit wechselhaft, soll er bevorzugt geerntet werden. Der neue Axaro blüht früh und kommt mit einem Wasserdefizit im Juni vergleichsweise gut zurecht. Er ist hauptsächlich für die mittleren und geringeren Böden vorgesehen; der Proteingehalt ist etwas knapp ausgeprägt. Lennox ist ein Wechselweizen und kann von Mitte Oktober bis Anfang April gesät werden. Seine mäßige Frosthärte...