Herbstanbau

Welche Sorten bei Roggen und Triticale 2021?

Unter den Roggensorten erzielen vor allem die Hybridsorten züchterische Erfolge. Bei Triticale sorgen zwei Neuzulassungen für Furore. Hier die Empfehlungen für den kommenden Anbau.

Unsere Autoren:
DI Clemens Flamm und Hanna Waldum, AGES Wien

Roggen und Triticale blieben in der vergangenen Saison vor Winterschäden nicht verschont. Im Biolandbau und in den höheren Lagen des Mühl- und Waldviertels trat vermehrt Schneeschimmel auf. In den anderen Gebieten entwickelten sich die Bestände trotz des oft späten Anbaues gut.

Blattkrankheiten spielten heuer bei Roggen eine untergeordnete Rolle. Infektionen mit Mutterkorn waren meist auf die feuchteren Lagen beschränkt. Bei Triticale trat in den feuchteren und kühleren Lagen Mehltau sowie mancherorts Gelbrost auf. Die Abreife verlief in einigen Gebieten sehr wechselhaft, sodass immer wieder Auswuchs beobachtet werden musste. Welche Sorten konnten sich bei den diesjährigen Bedingungen am besten durchsetzen?

Hybridroggen liefern hohe Erträge

Die Hybridroggen KWS Berado und KWS Jethro sind gut auswuchsfest und langjährig ertragsstabil. Sie eignen sich für lageranfällige Standorte in allen Roggenanbaugebieten. Alle Details zu den Roggensorten in Übersicht 1.

Die spätreifen KWS Binntto und KWS Florano haben einen kurzen Wuchs und gute Standfestigkeit. Von Braunrost können sie, ähnlich wie die meisten Roggen, stärker befallen werden. KWS Receptor reift mittelspät und ist mittel bis stark lageranfällig. Bei wechselhaftem Wetter zur Erntezeit neigt er etwas zu Auswuchs. KWS Receptor wird von den Hybriden am wenigsten von Mutterkorn infiziert und brachte auch in allen Gebieten eine gute Ertragsleistung.

Das höchste Ertragspotenzial zeigt derzeit KWS Tayo. Er reift mittelspät, ist mittelanfällig für Braunrost und liefert oft hohe Fallzahl- und Amylogrammwerte. SU Forsetti und SU Performer sind mittelgut standfest und sollten auf Braunrost kontrolliert werden. Auch Schwarzrost kann stärker schädigen. Von Mutterkorn werden sie am stärksten von allen Roggen infiziert.

Bei Hybridroggen wird heuer wieder Saatgut in Bioqualität angeboten. Von der Sorte KWS Gatano ist Biosaatgut erhältlich.

Populationssorten als wertvolle Ergänzung

Bei den Populationssorten können nicht so hohe züchterische Erfolge erzielt werden wie im Hybridbereich. Dort können die Erträge 15 bis 25 % höher sein...