Tierschutz

FPÖ will in Niederösterreich zusätzliche Kontrollen bei tierhaltenden Betrieben

Tierschutz-Landesrat Gottfried Waldhäusl präsentierte Pläne für ein zusätzliches Kontrollsystem bei Tierhaltern. Landwirtschaftskammer erfuhr von den Plänen aus den Medien.

Neben den Gütesiegeln und freiwilligen Kontrollstellen, besuchen auch die Amtstierärzte regelmäßig die Tierhalter, um nach dem Rechten zu sehen. Laut Gesetz müssen die Veterinäre pro Jahr zwei Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe kontrollieren. Nachdem in niederösterreichischen Betrieben grobe Missstände aufgedeckt wurden, forderte nun FPÖ-Tierschutz Landesrat Gottfried Waldhäusl eine zusätzliche Kontrollinstanz, wie er gegenüber Medien erklärte.

Konkret sollen vier Tierschutzkontrollorgane – eines pro Landesviertel – damit beauftragt werden. Diese Personen sollen keine Amtstierärzte sein, sondern über eine entsprechende Ausbildung verfügen und noch speziell geschult sein, berichtet der ORF NÖ. Werden Missstände entdeckt sollen die Kontrolleure den Amtstierarzt verständigen. Die rechtliche Beurteilung liege weiterhin bei der Bezirksverwaltungsbehörde.

500.000 Euro an Kosten

Der Landesrat will seine neuen Kontrollorgane zuerst die großen Betriebe überprüfen lassen, jene mit mehr als 500 Schweinen oder 100 Rindern. Aber auch jene, die schon seit zehn Jahren keine Kontrolle vom Amtstierarzt hatten, sollen unter die Lupe genommen werden. Waldhäusl rechnet, dass die vier Mitarbeiter in drei Jahren alle Betriebe in Niederösterreich zumindest einmal kontrolliert haben. Die Kosten erden mit rund 500.000 Euro zu Buche schlagen.

Landwirtschaftskammer in FP-Pläne nicht involviert

Die Landwirtschaftskammer NÖ gab auf top agrar Österreich Anfrage bekannt, nur aus den Medien vom Vorhaben Waldhäusls erfahren zu haben. Aus Sicht der LK ist es notwendig alle Beteiligten zuerst auf einen Tisch zu holen, um etwaige Änderungen im Kontrollsystem gemeinsam zu entwickeln.

"Es geht aber im Wesentlichen nicht um ein ,Mehr`an Kontrollen, sondern um eine Verbesserung der risikobasierten Kontrollen. Viele tierhaltende Betriebe nehmen an freiwilligen Programmen bzw. am Tiergesundheitsdienst teil. Hier gibt es schon jetzt sehr engmaschige Kontrollintervalle", heißt es von der LK. Deshalb sehe die Interessensvertretung nicht ein, dass wegen Einzelfällen, alle gewissenhaft arbeitenden Betriebe, mit einem "zusätzlichen Bürokratie- und Kontrollaufwand belastet werden".

Die LK NÖ steht für eine gemeinsame Entwicklung eines Frühwarnsystems, damit Betriebe mit Schwierigkeiten frühzeitig auf Probleme reagieren, bzw. überforderte oder gesetzwidrig handelnde Betriebe so rasch wie möglich identifiziert werden. "Unsere Bäuerinnen und Bauern haben es sich verdient, dass das Vertrauen in ihre verlässliche und sorgsame Arbeit nicht aufgrund von zu spät entdeckten Missständen auf einzelnen Betrieben leidet", heißt es von der LK.

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