Rinderhaltung

Neuer Glanz für alte Futtertische

Mit welchem Material sind Futtertische am besten zu sanieren? Der Markt bietet eine Vielzahl an Produkten, die sich in Verarbeitung, Haltbarkeit und Preis unterscheiden. top agrar gibt einen Überblick.

NeuerGlanzPMMA

Die Sanierung mit dem schnellhärtenden PMMA (Plexiglas) geht ruck, zuck. Aber es müssen Profis beauftragt werden. (Bildquelle: Saliplan)

Wenn der Boden aussieht wie Waschbeton, ist es höchste Zeit den Futtertisch zu sanieren! In den groben Strukturen setzen sich Futterreste fest, das fördert die Nacherwärmung, Keime und Erreger können sich vermehren. Um die Tiere davor zu schützen, müssen verschlissene Flächen saniert werden! Ziel ist es, eine ebene, hygienische, leicht zu reinigende Oberfläche wiederherzustellen. Das alles kann auch die Futteraufnahme erhöhen. Am Markt tummeln sich etliche Firmen für die Sanierung von Futtertischen, die eine Vielzahl an Systemen und Produkten anbieten. Wir haben uns für Sie informiert. Hier ein aktueller Überblick:

1. Kunstharz-Beschichtungen

Kunstharzbodenbeläge werden flüssig aufgebracht und daher auch als „Fließbeschichtungen“ bezeichnet. Diese härten zu einem fugenlosen, strapazierbaren Bodenbelag aus. Der Aufbau eines Kunstharzbodenbelags besteht meist aus Grundierung, einer Füllschicht und einer Deckschicht.

Die Verarbeitung von mehrkomponentigen Reaktionsharzen ist anspruchsvoll. Kunstharzbodenbeläge weisen eine sehr gute Haftung am Untergrund auf und können nur unter großem Aufwand entfernt werden; ein stoffliches Recycling ist nicht möglich. Zu den Kunstharzen gehören Epoxidharz, PMMA und Polyurethan:

Epoxidharz weit verbreitet

Ein hochwertiges und in der Praxis weit verbreitetes Verfahren ist die Aufbringung von Epoxidharz (EP), einem Zweikomponentensystem. Zu ihrer Vernetzung benötigen Epoxidharze immer einen sogenannten Härter. Ein besonderes Augenmerk sollte man dabei auf das korrekte Mischverhältnis legen. Dennoch ist die Verarbeitung relativ einfach und die Sanierung kann in Eigenleistung erfolgen. Einige Firmen haben ihre Produkte speziell für die Eigenleistung abgestimmt und DIY (Do-it-yourself)-Lösungen entwickelt. Der Preis liegt ab ca. 30 € pro m2.

Durch vorgegebene Aushärtezeiten der aufeinanderfolgenden Schichten muss in der Regel über mehrere Tage eingebaut werden. Eine Epoxidharzschicht benötigt mindestens 24 Stunden zum Aushärten. Zudem benötigen Epoxidharze eine Verarbeitungstemperatur von mindestens 10°C, je wärmer, desto schneller trocknen sie.

Achtung: Ab 30°C Umgebungstemperatur härtet das Material sehr schnell aus (15 bis 20 Min.), das erfordert Geschick oder Erfahrung. Daher bietet sich bei der Sanierung mit EP-Harzen die wärmere Jahreszeit (von Ostern bis Oktober) an. Dann können Kühe und Rinder auf die Weide oder Alm ausgetrieben werden. In der Praxis werden die Futtertische mit Epoxidharz meist abschnittweise saniert. Übergansbereiche stellen kein Problem dar, da sich die Materialien auch im ausgehärteten Zustand gut verbinden.

EP-Bodenbeläge zeichnen sich im ausgehärteten Zustand durch hohe Festigkeit und chemische Beständigkeit aus, trotz geringer Schichtdicke. Zudem ist das Material langlebig und hält mindestens 15 Jahre. Unter UV- und Witterungseinflüssen sind Epoxidharze nicht farbstabil; dies kann durch eine UV-absorbierende Polyurethanversiegelung verbessert werden.

„Plexiglas" härtet schnell

Der Kunststoff mit dem sperrigen Namen Methyl-Methacrylat (MMA) wurde unter seinem eingetragenen Markennamen „Plexiglas“ bekannt. MMA reagiert nach der Zugabe des Härters zu Poly-Methyl-Methacrylat (PMMA). Damit härtet das Material sehr schnell (ca. 60 Min.) und auch bei tiefen Temperaturen (ab 0°C) aus. Im Gegensatz zum Epoxidharz kann so ein...


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