Schweinemarkt

Mühsames Vermarkten von Schweinefleisch und die Hoffnung auf Grillwetter

Angebot und Nachfrage schwächeln in der gesamten EU. Fleischunternehmer bezeichnen ihre Arbeit zurzeit eher als Beschäftigungstherapie und nicht als erfolgsorientierte kaufmännische Tätigkeit.

Anhaltend mühsam ist das Vermarkten von Schlachtschweinen und Schweinefleisch quer durch die EU. "Die Konstellation aus verkürzten Arbeitswochen und Rekordinflation sorgt seit Ostern für impulslose Geschäfte, sowohl am Lebend- als auch am Fleischmarkt", erklärt Styriabrid-Geschäftsführer Raimund Tschiggerl.

Auch preislich treten die Notierungen seit Wochen auf der Stelle, was angesichts des schleppenden Warenstroms auf den ersten Blick verwundert. Hintergrund der relativen Preisstabilität ist der Produktionsrückgang in den Schweinestallungen. In Deutschland (+/- 0,00) beispielsweise dürfte das Produktionsminus bereits in zweistelliger Höhe liegen. Im Süden Europas hofft man, dass mit Beginn des Sommertourismus wieder Bewegung in die Sache kommt. In Österreich ist der Basispreis Mast bei 1,84 €/kg, bei den Zuchtsauen sind 1,15 €/kg.

Rückstau bei den Schlachthöfen

In Österreich staut sich infolge der fehlenden Arbeitstage etwa 10 bis 15 % eines Wochenvolumens vor den Schlachthoframpen. "Fleischunternehmer bezeichnen ihre Arbeit zurzeit eher als Beschäftigungstherapie und nicht als erfolgsorientierte kaufmännische Tätigkeit, was es eigentlich sein sollte", sagt Tschiggerl.

Selbige Bewertung treffe aktuell auch auf die Situation der Schweinebauern zu. "Nicht unberechtigt hoffen darf man auf die Zeit nach Fronleichnam, wenn volle Arbeitswochen und besseres Grillwetter als zuletzt für eine Änderung der Stimmungslage in der Branche sorgen sollten", sagt Tschiggerl. Das frische Angebot an der Ö-Börse, inklusive der mitgeschleppten Vorwochenreste, dürfte für die bevorstehende Feiertagswoche wiederum mehr als ausreichend zur Verfügung stehen.

Wenig Veränderung am Ferkelmarkt

Auf dem österreichischen Ferkelmarkt gab es wenig Änderungen, teilt die AMA in ihrem aktuellen Bericht mit. Das frische Angebot und die Nachfrage passten wieder besser zusammen. Schwer wog aber noch der „Rucksack“ an Rückstellungen aus den Vorwochen, heißt es. Ein Abbau dieser Angebotsüberhänge war nicht möglich. Die Ferkelnotierung bleibt auch in der 23. Kalenderwoche unverändert bei EUR 2,50 je kg. Für eine Preisanhebung reicht die etwas lebhaftere Nachfrage noch nicht, stellen die AMA-Experten fest.

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